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Wie vor 100 Jahren in Arosa die Grundlagen fürs Smartphone entstanden

In Arosa hat Erwin Schrödinger den Grundstein zur Quantenphysik und Quantenchemie gelegt und damit Wissenschaft und Gesellschaft revolutioniert. Der Ort wurde nun als historische Stätte der Chemie ausgezeichnet.

Chemical Landmark 2026 geht an Arosa.
Chemical Landmark 2026 geht an Arosa.
Chemical Landmark 2026 geht an Arosa.Image: Andres Jordi
Image: Andres Jordi

Über Weihnachten 1925/26 verbrachte der Physikprofessor der Universität Zürich Erwin Schrödinger seine Ferien in Arosa. Statt seiner Passion fürs Skifahren nachzugehen, habe er sich «von einer schönen Theorie ablenken lassen», wie er gesagt haben soll. Diese Ablenkung hat die Welt verändert. Denn hier entwickelte er die sogenannte Schrödinger-Gleichung.

Am 27. Januar 1926 reichte Schrödinger bei der Fachzeitschrift «Annalen der Physik» seine Publikation mit dem Titel «Quantisierung als Eigenwertproblem» ein. Sie gilt heute als eine der zehn wichtigsten Publikationen der Physik. Drei weitere Artikel folgten. Darin präsentierte er seine Überlegungen zur Wellenmechanik und stellte seine Gleichung vor. Sie beschreibt das Wellenverhalten von Elektronen und macht berechenbar, wie sie sich in Atomen und Molekülen verteilen.

Ohne Quantentheorie keine Computer

Was unspektakulär tönt, hat Wissenschaft und Gesellschaft revolutioniert. Die Gleichung bildet das mathematische Fundament der Quantenphysik und -chemie. Sie erklärt, wie Atome und Moleküle aufgebaut sind und miteinander reagieren. Ohne sie könnten wir viele chemische Phänomene nicht verstehen und berechnen. Ohne sie gäbe es die heutigen Transistor-Computer nicht, keine Solarzellen, kein GPS und keine Smartphones. Diese Technologien basieren auf chemischen Eigenschaften und Reaktionen.

Unabhängig von Schrödinger und zur gleichen Zeit, wie dieser an seiner Gleichung tüftelte, entwickelte der deutsche Physiker Werner Heisenberg die sogenannte Matrixmechanik. Wie sich rasch zeigte, sind beide Formulierungen mathematisch äquivalent. In der Chemie hat sich Schrödingers Ansatz durchgesetzt. 1933 erhielt er für seine Arbeit den Nobelpreis.

Arosa mit Chemical Landmark ausgezeichnet

Um diese wissenschaftliche Leistung und deren gesellschaftliche Bedeutung zu ehren, hat die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) Arosa nun ein Chemical Landmark verliehen. Mit diesem Preis zeichnet die SCNAT Wirkungsstätten in der Schweiz aus, die für die Chemie historisch bedeutend sind. Am vergangenen Sonntag wurde die Gedenktafel am Haus «Panarosa» an Sonnenbergstrasse 14 feierlich eingeweiht. Hier verbrachte Schrödinger seine folgenreichen Weihnachtsferien.

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  • Erwin SchrödingerImage: Universität Wien, Österreichische Zentralbibliothek für Physik, Teilnachlass Erwin Schrödinger / Sammlung Irmgard Bertel, Signatur F94-1501/2
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