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Welche Rollen haben Forschende in der Gesellschaft?

Die Erwartungen darüber, welche Funktionen die Wissenschaft in der Gesellschaft haben soll, gehen auseinander und werden teils hitzig debattiert. Ein neuer Leitfaden unterstützt Forschende darin, sich zu ihren Rollen Gedanken zu machen und zu reflektieren, an welchen gesellschaftlichen Zielen sich ihre Arbeit ausrichtet.

Mensch (Symbolbild)
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Mensch (Symbolbild)Image: Robert_Kneschke, stock.adobe.com
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Diesen und weitere Artikel finden Sie im Jahresbericht 2025 der SCNAT.

Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Aktivisten auftreten, sind hitzige Debatten vorprogrammiert: Dürfen sie das? Was ist ihre Rolle in der Gesellschaft? Aktuelle Herausforderungen wie der Klimawandel oder die soziale Ungleichheit machen es notwendig, dass gesellschaftliche und politische Akteure enger mit Forschenden zusammenarbeiten. Geht dies über die klassische Wissensvermittlung hinaus, nehmen letztere dabei vermehrt weitere Rollen ein als nur jene der reinen Wissenschaftlerin, des reinen Wissenschaftlers – nicht immer bewusst und freiwillig.

Besonders deutlich zeigt sich dies, wenn es darum geht, wie Forschende die gesellschaftliche Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung unterstützen können. Ein Leitfaden der SCNAT bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ansätze zur Reflexion und Diskussion der Rollen, die sie innehaben können. «Der Leitfaden soll Forschende darin unterstützen, ihre Rollen aktiv auszuüben, mit Erwartungen umzugehen und ihren Verantwortungsbereich abzustecken» sagt Mitautorin Anne Zimmermann von der Universität Bern.

Der Leitfaden basiert auf Erkenntnissen aus der Fachliteratur, die zeigen, dass Rollenklarheit und ein bewussteres Rollenverständnis die wissenschaftliche Arbeit und deren gesellschaftliche Wirkung verbessern. Er bietet konkrete Werkzeuge und Anleitungen, um Workshops zu gestalten. «Das grosse Interesse der Forschenden zeigt, dass viele ein Bedürfnis haben, ihr Tun und ihre Rollen zu reflektieren und diskutieren», sagt die Projektverantwortliche Gabriela Wülser. In einem Folgeprojekt sollen nun unter anderem Hochschulen motiviert werden, Angebote zur Rollenreflexion aufzubauen.

Andres Jordi

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