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Viren als Hoffnung gegen Anti­biotika­resistenz

Antibiotikaresistenzen bringen die moderne Medizin an ihre Grenzen. Die Phagentherapie bietet Hoffnung: Phagen sind Viren, die gezielt Bakterien zerstören. In der Schweiz darf diese Behandlung heute nur in Notfällen eingesetzt werden. Ein Film und Webportal des Forums Genforschung beleuchtet die Phagentherapie. Interview mit dem Filmemacher und Wissenschaftsjournalist Thomas Häusler.

miere des Dokumentarfilms «Phagentherapie – Die Medizin geht viral» im August 2025 im Kino REX in Bern.
miere des Dokumentarfilms «Phagentherapie – Die Medizin geht viral» im August 2025 im Kino REX in Bern.
miere des Dokumentarfilms «Phagentherapie – Die Medizin geht viral» im August 2025 im Kino REX in Bern.Image: Andres Jordi
Image: Andres Jordi

Diesen und weitere Artikel finden Sie im Jahresbericht 2025 der SCNAT.

Warum interessieren Sie sich für Phagen?

Die schillernde Geschichte der Phagentherapie und deren Protagonisten faszinieren mich, seit ich vor über 25 Jahren auf sie aufmerksam wurde. Zudem sind Phagen aus biologischer Sicht enorm spannend. Es gibt noch viel Unbekanntes: Erst kürzlich wurden beispielsweise in einer Suche hunderttausend neue Phagen entdeckt.

Und warum nun genau jetzt ein Film zur Phagentherapie?

Die Antibiotikaresistenzkrise spitzt sich zu und das Interesse an zusätzlichen Behandlungsmethoden steigt. Somit interessieren sich immer mehr Forschende, Patienten und Ärztinnen für die Phagentherapie. Der Film soll ein Bewusstsein für die Therapie schaffen und eine Diskussion zum Umgang damit fördern.

Was waren die grössten Herausforderungen beim Dreh?

Eine grosse Schwierigkeit wurde letztendlich zum Glücksfall. Da Behandlungen mit Phagen in der Schweiz nur sehr selten stattfinden, war es Glück, dass der Arzt, den ich anfragte, gerade eine durchführte und ich sie dokumentieren konnte.

Was erhoffen Sie sich vom Film?

Er soll das Schicksal von Menschen mit chronischen und schwer behandelbaren Infektionen sichtbar machen und eine gesellschaftliche Debatte darüber anstossen, ob und wie ihnen geholfen werden kann. Er soll zudem helfen Vorurteile abzubauen und Fachpersonen zu sensibilisieren.

Und was macht Ihnen Hoffnung?

Am Waadtländer Unispital CHUV hat ein Team ein Labor aufgebaut, das ermöglicht, Phagen in sehr hoher Qualität herzustellen. Solche Entwicklungen sind gute Nachrichten für Personen mit schwer behandelbaren Infektionen.

Sandro Käser

Der Phage PB9 wurde während der Summer Science Academy 2022 aus dem Rhein isoliert. PB9 gehört zu einer unbekannten Gruppe sogenannter Siphoviren (Siphoviridae). Im Gegensatz zu entfernten Verwandten, die bereits untersucht wurden, verfügt dieser Phage über einzigartige, robuste Schwanzfasern, mit denen er sich an Rezeptoren auf der Oberfläche der Wirtszelle bindet.Load content from Youtube LLC (Google LLC)
Phage therapy – medicine goes viralImage: Fabienne Estermann (CC BY-NC-ND)

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