Akademien sind gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz»
Exzellenz in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation bildet eine zentrale Grundlage des Wohlstands in der Schweiz. Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» gefährdet diese Grundlage, indem sie die Position des Wissenschaftsstandorts Schweiz schwächt – mit langfristigen Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz lehnen diese Initiative aufgrund ihrer schädlichen Folgen entschieden ab.

Die Initiative birgt insbesondere das Risiko, dass die Schweiz das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union neu verhandeln oder gar kündigen müsste. Damit stünde das gesamte bilaterale Vertragswerk zwischen der Schweiz und der EU auf dem Spiel. Auch die Teilnahme der Schweiz an zentralen europäischen Programmen wie Horizon Europe, das für die Periode 2021–2027 über ein Budget von nahezu 100 Milliarden Euro verfügt, könnte dadurch erneut infrage gestellt werden. Die Gefährdung dieser Abkommen würde zu einer anhaltenden Instabilität in den Beziehungen zur EU führen, wesentliche Rahmenbedingungen für das erfolgreiche Funktionieren des Schweizer Wissenschaftssystems beeinträchtigen und langfristige strategische Unsicherheiten schaffen.
Mit der Initiative wird auch die Reputation der Schweiz als verlässliche internationale Partnerin im Wissenschaftsbereich untergraben. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Erträge, die Wissenschaft, Forschung und Innovation schaffen, sind damit gefährdet, denn institutionelle Stabilität ist eine entscheidende Voraussetzung, um Investitionen, exzellente Forschende und innovative Unternehmen anzuziehen. In einer Welt, die von wachsenden globalen Unsicherheiten geprägt ist, kann die Schweiz die grossen Herausforderungen unserer Zeit nicht im Alleingang bewältigen; internationale Zusammenarbeit bleibt unverzichtbar. Aus all diesen Gründen lehnen die Akademien der Wissenschaften Schweiz diese Initiative entschieden ab.


