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Wie geht es der Biodiversität in der Schweiz?

Seit der Jahrtausendwende geht die Biodiversität in der Schweiz weniger rasch zurück und hat sich punktuell positiv entwickelt. Trotzdem bleibt ihr Zustand ungenügend. Das dokumentiert ein neuer Bericht des Forums Biodiversität.

Die Bestände der Gelbbauchunke gehen weiter zurück. Die Art benötigt dynamische, zeitweise überschwemmte Tümpel und Weiher, wie sie heute nur noch selten vorkommen.
Die Bestände der Gelbbauchunke gehen weiter zurück. Die Art benötigt dynamische, zeitweise überschwemmte Tümpel und Weiher, wie sie heute nur noch selten vorkommen.
Die Bestände der Gelbbauchunke gehen weiter zurück. Die Art benötigt dynamische, zeitweise überschwemmte Tümpel und Weiher, wie sie heute nur noch selten vorkommen.Image: Beat Schaffner
Image: Beat Schaffner

Diesen und weitere Artikel finden Sie im Jahresbericht 2025 der SCNAT.

Der Druck der Menschen auf die Biodiversität in der Schweiz bleibt gross: Der hohe Konsum führt zu intensiver Landnutzung, Umweltverschmutzung, Ansiedlung invasiver gebietsfremder Arten und wärmerem Klima. So hat die Zerschneidung der Landschaft zwischen 2014 und 2020 um 7 Prozent zugenommen und die Lichtverschmutzung sich zwischen 1994 und 2020 verdoppelt. Trotz seit 1990 abnehmender Stickstoffeinträge des Menschen über die Luft gelangt immer noch zu viel in zahlreiche Lebensräume. Wegen der vielen negativen Einflüsse sind 35 Prozent aller Arten hierzulande weiterhin gefährdet und Artengemeinschaften werden sich immer ähnlicher.

Fördermassnahmen wirken

Nach den starken Verlusten im letzten Jahrhundert hat die Biodiversität in den letzten Jahren teilweise aber weniger schnell abgenommen oder sich punktuell positiv entwickelt. Der allgemeine Zustand bleibt trotzdem ungenügend. So geht es der Biodiversität in Gewässern, im Siedlungsraum und im Landwirtschaftsgebiet in den Tal- bis unteren Bergzonen weiterhin schlecht. Im Wald hat sich der Zustand in den letzten Jahrzehnten auf mittel verbessert. In den oberen Bergzonen des Landwirtschaftsgebiets ist er hingegen von gut auf mittel zurückgegangen. Nach wie vor als gut stufen die Fachleute den Zustand der Lebensräume in den alpinen Lagen oberhalb der Waldgrenze ein. Gewisse Arten – insbesondere wärmeliebende, mobile und bereits häufige – entwickeln sich positiv. Zudem konnten mehrere grosse Tierarten wie Reh und Biber Gebiete wieder besiedeln.

Die Fördermassnahmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und Privaten wirken, meist lokal oder regional, teils sogar schweizweit. Damit sich die Biodiversität insgesamt positiv entwickeln kann, müssen bestehende Gesetze aber konsequenter vollzogen, Programme ausgebaut und mit anderen Politikbereichen besser abgestimmt werden. Eine Trendwende ist möglich, dazu muss sich aber die gesamte Gesellschaft stärker einsetzen.

Neues Referenzwerk

Der Bericht beschreibt, wie sich die biologische Vielfalt in verschiedenen Lebensräumen der Schweiz entwickelt hat. Der Fokus liegt auf den letzten 15 Jahren. Er zeigt, welche Faktoren die Biodiversität derzeit am stärksten beeinflussen und welche Ereignisse in Politik und Gesellschaft dafür wichtig waren. Und er legt dar, wie wir die Weichen stellen können, damit kommende Generationen eine reichhaltige und funktionsfähige Biodiversität vorfinden. Für das neue Standardwerk hat das Forum Biodiversität gemeinsam mit über 50 Fachpersonen aktuelle wissenschaftliche Publikationen und Monitoringdaten ausgewertet und das Expertenwissen zusammengetragen.

Andres Jordi

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