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All die Steine aus dem All

Falsch beschriftet, vertauscht, verschollen: In den Meteoritensammlungen der Schweiz herrschte lange ein ziemliches Durcheinander. Ein Digitalisierungsprojekt hat nun Ordnung in die Archive gebracht – und für Überraschungen gesorgt.

Dieses Metoritenstück kam im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes im Museum Zofingen (AG) zum Vorschein. Der Steinmeteorit schlug am 3. Februar 1882 in der Nähe des rumänischen Dorfes Mocs ein und wird deshalb wie üblich bei Meteoriten nach diesem benannt.
Dieses Metoritenstück kam im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes im Museum Zofingen (AG) zum Vorschein. Der Steinmeteorit schlug am 3. Februar 1882 in der Nähe des rumänischen Dorfes Mocs ein und wird deshalb wie üblich bei Meteoriten nach diesem benannt.
Dieses Metoritenstück kam im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes im Museum Zofingen (AG) zum Vorschein. Der Steinmeteorit schlug am 3. Februar 1882 in der Nähe des rumänischen Dorfes Mocs ein und wird deshalb wie üblich bei Meteoriten nach diesem benannt.Immagine: Museum Zofingen
Immagine: Museum Zofingen

Dass in ihren Beständen Meteoriten lagern, wussten einige Schweizer Museen nicht einmal. Archivierte Objekte galten zudem teilweise als verschollen, waren falsch beschriftet oder zwischen Sammlungen vertauscht worden. Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes SwissCollNet der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz wurden 27 Sammlungen nun erstmals systematisch aufgearbeitet. Das Ziel war es, ein zentrales digitales Inventar aller Meteoriten der Schweiz zu erstellen und diese für die Forschung zugänglich zu machen. Jolantha Eschrig vom Naturmuseum St. Gallen (NMSG) übernahm die Aufgabe, die Museen und Universitäten nach ausserirdischen Gesteinen zu durchforsten.

Hightech-Analysen und Puzzle-Talent

So inventarisierte die Wissenschaftlerin zum Beispiel die über 500 Meteoritenfunde der historischen Bally-Prior-Sammlung, die heute zum NMSG gehört. Neben Expertise und Analysen mit Röntgenfluoreszenzspektroskopie waren von Eschrig dabei vor allem zwei Fähigkeiten gefragt: Geduld und Puzzle-Talent. In einjähriger Arbeit konnte sie aus Schachteln gefallene oder falsch einsortierte Meteoriten richtig bestimmen. Einzelne nicht zugeordnete Fragmente liessen sich zum Beispiel anhand ihrer Bruchkanten zu einem Objekt zusammenfügen.

Offenbar hatten Museen früher auch Meteoriten untereinander ausgetauscht, ohne dies immer sauber zu dokumentieren. So lagert im Museo Cantonale di Storia Naturale di Lugano (MCSTL) ein Stück eines Eisenmeteoriten, der 1898 im indischen Kodaikanal entdeckt wurde. Dessen Gewicht stimmte aber nicht mit den Angaben auf dem Etikett überein. Falsch beschriftet? Objekte vertauscht?

Bei der Aufarbeitung der Bally-Prior-Sammlung tauchte nun ein zweites Stück des Kodaikanal-Meteoriten auf, das perfekt zu jenem im MCSTL passt und die Gewichtsdifferenz aufhebt. Auch hier gehören die Teile zum gleichen Objekt. Dass dieser Fund ursprünglich tatsächlich aus Lugano stammt, bestätigte dann eine alte Inventarliste. Umgekehrt fand man im MCSTL einen Eisenmeteoriten aus dem Augusta County (USA), den man in St. Gallen vermisst hatte. Eventuell wurde dieser gegen den Kodaikanal-Meteoriten abgegeben. Die Inventarisierung der Meteoritensammlung des Naturmuseums Basels zeigte, dass auch zwischen diesem und der Bally-Prior-Sammlung Meteoriten getauscht worden waren.

Aus «Meteorite» wird «Meteowrong»

Nicht alle Steine in den Schweizer Sammlungen, die als Meteoriten beschrieben wurden, sind auch tatsächlich extraterrestrischen Ursprungs. Zum Beispiel jenes Objekt des Naturmuseums Luzern, das gleich mit mehreren Etiketten beschriftet war. Auf dem ältesten Schild stand «Hartley County, Texas (USA)». Ein Meteorit dieses Namens existiert in der offiziellen Meteoritical Bulletin Database allerdings nicht. Könnte es sich stattdessen um den in der Datenbank aufgeführten Steinmeteoriten Hartley handeln?

Analysen ergaben, dass der Nickelgehalt für einen Meteoriten zu niedrig war. Auch die Morphologie der einzelnen Bestandteile passte nicht. Schliesslich nahm der Spezialit Beda Hofmann vom Naturhistorischen Museum Bern den Fund unter die Lupe. Sein Fazit: Vermutlich handelt es sich um irdisches natives Eisen – ein Metall, das auf der Erde äusserst selten vorkommt. Die umfangreichsten Ablagerungen finden sich in Grönland, Sibirien und im Nordwesten der USA.

Somit besitzt das Naturmuseum Luzern nun einen «Meteowrong», wie Fachleute die fälschlicherweise als «Meteorites» identifizierten Objekte scherzhaft nennen.


SwissCollNet
Das Schweizer Netzwerk Naturhistorische Sammlungen (SwissCollNet) setzt sich für eine bessere Erschliessung der naturhistorischen Sammlungen in der Schweiz ein. Unterstützt vom Bund schafft es zusammen mit Museen, Hochschulen und Botanischen Gärten die Grundlagen für die Digitalisierung und langfristige Verwaltung und Nutzung der Sammlungen.

  • Die Stücke des Eisenmeteoriten Kodaikanal des Naturmuseums St. Gallen (NMSG) und des Museo Cantonale di Storia Naturale di Lugano (MCSTL) passen perfekt zusammen und stellen ein Objekt dar. Das MCSTL tauschte das eine Stück wahrscheinlich gegen einen Fund aus dem Augusta County (USA) aus dem Jahr 1858 ein.
  • Diverse unbekannte oder falsch bezeichnete Fundstücke in der Bally-Prior-Sammlung im Naturmuseum St. Gallen entpuppten sich als Fragmente anderer Steinmeteoriten (Muckera 018, Potter oder Ozona) und Eisenmeteoriten (Youndegin).
  • Dieser Eisenmeteorit wurde 1724 in Steinbach (DE) gefunden und gelangte im Rahmen eines Tausches mit dem Naturmuseum Basel in die Bally-Prior-Sammlung, die…
  • … im Gegenzug diesen Eisenmeteoriten erhielt. Der wurde 1836 in Namibia nahe der Stadt Gibeon entdeckt und nach dieser benannt.
  • Historische Inventarlisten dokumentieren, dass im Museum Zofingen (AG) mehr Meteoritenfunde lagern sollten, als bekannt war. Inzwischen hat die Suche in Kisten, Schubladen und Vitrinen 23 Objekte ans Tageslicht befördert. Von 9 Fundstücken fehlt weiterhin jede Spur.
  • Der von mehreren Etiketten als Meteorit bezeichnete Fund entpuppte sich schliesslich als wenig ausserirdisch, aber immerhin als ein Stück sehr seltenes natives Eisen
  • Die Stücke des Eisenmeteoriten Kodaikanal des Naturmuseums St. Gallen (NMSG) und des Museo Cantonale di Storia Naturale di Lugano (MCSTL) passen perfekt zusammen und stellen ein Objekt dar. Das MCSTL tauschte das eine Stück wahrscheinlich gegen einen Fund aus dem Augusta County (USA) aus dem Jahr 1858 ein.Immagine: NMSG1/6
  • Diverse unbekannte oder falsch bezeichnete Fundstücke in der Bally-Prior-Sammlung im Naturmuseum St. Gallen entpuppten sich als Fragmente anderer Steinmeteoriten (Muckera 018, Potter oder Ozona) und Eisenmeteoriten (Youndegin).Immagine: NMSG2/6
  • Dieser Eisenmeteorit wurde 1724 in Steinbach (DE) gefunden und gelangte im Rahmen eines Tausches mit dem Naturmuseum Basel in die Bally-Prior-Sammlung, die…Immagine: NMSG3/6
  • … im Gegenzug diesen Eisenmeteoriten erhielt. Der wurde 1836 in Namibia nahe der Stadt Gibeon entdeckt und nach dieser benannt.Immagine: NMSG4/6
  • Historische Inventarlisten dokumentieren, dass im Museum Zofingen (AG) mehr Meteoritenfunde lagern sollten, als bekannt war. Inzwischen hat die Suche in Kisten, Schubladen und Vitrinen 23 Objekte ans Tageslicht befördert. Von 9 Fundstücken fehlt weiterhin jede Spur.Immagine: NMSG5/6
  • Der von mehreren Etiketten als Meteorit bezeichnete Fund entpuppte sich schliesslich als wenig ausserirdisch, aber immerhin als ein Stück sehr seltenes natives EisenImmagine: NMSG6/6
  • Die Stücke des Eisenmeteoriten Kodaikanal des Naturmuseums St. Gallen (NMSG) und des Museo Cantonale di Storia Naturale di Lugano (MCSTL) passen perfekt zusammen und stellen ein Objekt dar. Das MCSTL tauschte das eine Stück wahrscheinlich gegen einen Fund aus dem Augusta County (USA) aus dem Jahr 1858 ein.
  • Diverse unbekannte oder falsch bezeichnete Fundstücke in der Bally-Prior-Sammlung im Naturmuseum St. Gallen entpuppten sich als Fragmente anderer Steinmeteoriten (Muckera 018, Potter oder Ozona) und Eisenmeteoriten (Youndegin).
  • Dieser Eisenmeteorit wurde 1724 in Steinbach (DE) gefunden und gelangte im Rahmen eines Tausches mit dem Naturmuseum Basel in die Bally-Prior-Sammlung, die…
  • … im Gegenzug diesen Eisenmeteoriten erhielt. Der wurde 1836 in Namibia nahe der Stadt Gibeon entdeckt und nach dieser benannt.
  • Historische Inventarlisten dokumentieren, dass im Museum Zofingen (AG) mehr Meteoritenfunde lagern sollten, als bekannt war. Inzwischen hat die Suche in Kisten, Schubladen und Vitrinen 23 Objekte ans Tageslicht befördert. Von 9 Fundstücken fehlt weiterhin jede Spur.
  • Der von mehreren Etiketten als Meteorit bezeichnete Fund entpuppte sich schliesslich als wenig ausserirdisch, aber immerhin als ein Stück sehr seltenes natives Eisen
Die Stücke des Eisenmeteoriten Kodaikanal des Naturmuseums St. Gallen (NMSG) und des Museo Cantonale di Storia Naturale di Lugano (MCSTL) passen perfekt zusammen und stellen ein Objekt dar. Das MCSTL tauschte das eine Stück wahrscheinlich gegen einen Fund aus dem Augusta County (USA) aus dem Jahr 1858 ein.Immagine: NMSG1/6

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