Der Ballenberg setzt auf Artenvielfalt

Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 spannt das Forum Biodiversität Schweiz mit dem Freilichtmuseum Ballenberg zusammen. Verschiedene Projekte machen den Zusammenhang von natürlicher und kultureller Vielfalt sichtbar. Denn Biodiversität und Kulturerbe sind zwei Seiten einer Medaille.

Die Kulturlandschaft im Freilichtmuseum Ballenberg soll in Zukunft noch mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten
Bild: Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz

Die ehemals durch vielfältige Nutzungsformen geprägte Kulturlandschaft in der Schweiz wird zusehends eintöniger. Damit einher geht der anhaltende Rückgang der Artenvielfalt. «Kulturelle Vielfalt und biologische Vielfalt sind untrennbar miteinander verbunden», sagt Daniela Pauli, Geschäftsführerin des Forums Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz. «Deshalb ist es wichtig, dass die Akteure beider Bereiche enger zusammenarbeiten.»

Neue Umgebungsgestaltung für den Ballenberg
In diesem Sinn lancieren das Forum Biodiversität und das Freilichtmuseum Ballenberg anlässlich des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt erstmals gemeinsame Projekte. Den Auftakt macht am 6. Mai eine Führung, bei der Besucherinnen und Besucher auf dem Ballenberg erleben, wie traditionelle Bauformen, landwirtschaftliche Techniken und die biologische Vielfalt zusammenhängen. Geplant ist auch ein Lehrmittel, mit dem Schulen die Zusammenhänge vor Ort selber entdecken können.

Die auf dem Ballenberg gezeigten Gebäude stammen aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz und wurden zu unterschiedlichen Zeiten erbaut. Heute entspricht die Umgebung im Freilichtmuseum allerdings nicht immer dem originalen natur- und kulturhistorischen Kontext der Häuser. Die Umgebung in Zukunft noch stimmiger und damit gleichzeitig artenreicher zu gestalten, ist ein gemeinsames Anliegen des Freilichtmuseums und des Forums Biodiversität.

Auch in der realen Welt umsetzbar
Dass dieser Ansatz nicht nur fürs Museum taugt, zeigt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift «Hotspot» des Forums Biodiversität. Darin wird unter anderem das Projekt «Neue Nutzungen» der Kantone Aargau und Zürich vorgestellt, das biodiversitätsfördernde Landschaftsnutzungen identifiziert, die unter den heutigen Rahmenbedingungen umsetzbar sind. In Zürich arbeiten zudem Archäologie und Denkmalpflege erfolgreich mit dem Fledermausschutz zusammen, um gefährdete Arten zu fördern. «Es ist Zeit, kulturhistorisches Wissen in die aktuellen Debatten zum Biodiversitätsschutz einzubringen – und umgekehrt», sagt Daniela Pauli.

  • Die Wiesenwässerung war über Jahrhunderte eine der wenigen Möglichkeiten, höhere Erträge zu erzielen. Wässermatten gehörten zu den begehrtesten Nutzflächen. Gleichzeitig waren sie wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
  • Das Wildheuen gehört wie die Wässermatten in der Zentralschweiz zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz. Die ungedüngten und unbeweideten Wiesen beherbergen eine grosse Artenvielfalt.
  • Die Kulturlandschaft im Freilichtmuseum Ballenberg soll in Zukunft noch mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten
  • Die Wiesenwässerung war über Jahrhunderte eine der wenigen Möglichkeiten, höhere Erträge zu erzielen. Wässermatten gehörten zu den begehrtesten Nutzflächen. Gleichzeitig waren sie wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.Bild: Manfred Steffen1/3
  • Das Wildheuen gehört wie die Wässermatten in der Zentralschweiz zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz. Die ungedüngten und unbeweideten Wiesen beherbergen eine grosse Artenvielfalt.Bild: Mary Leibundgut2/3
  • Die Kulturlandschaft im Freilichtmuseum Ballenberg soll in Zukunft noch mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen bietenBild: Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz3/3

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HOTSPOT 37/18: Biodiversität und Kulturerbe
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