Mehr Wissenschaft für Schulbücher

Mit den naturwissenschaftlichen Lehrmitteln für die Volksschule steht es in der Schweiz nicht zum Besten. Forscher würden sich gern mehr einbringen – doch die Hürden sind hoch.

Mensch (Symbolbild)
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Auch die Akademie der Naturwissenschaft Schweiz (SCNAT) ist sich der Problematik bewusst. "Wir verlangen nicht, dass die Lehrbücher von Wissenschaftlern geschrieben werden – das können die Didaktiker von den PHs besser", sagt Helmut Weissert, emeritierter Geologieprofessor der ETH Zürich und Präsident der Kommission für Nachwuchsförderung der SCNAT. "Aber wir möchten mitreden bei Fragen wie: Welches Wissen gehört in ein Schulbuch? Wo entstanden in den letzten zehn oder zwanzig Jahren neue wissenschaftliche Schwerpunkte?" Die Türen für den Dialog stünden auf seiten der Schulbuchmacher noch zu wenig offen, findet Weissert. Immerhin hat Ende August eine erste Kontaktaufnahme stattgefunden, als sich Verleger, Didaktiker und Wissenschaftler in Bern zu einem Workshop trafen.

Weissert nennt ein konkretes Negativbeispiel aus seinem Fachbereich: "In den Lehrplänen und Lehrbüchern werden unbelebte und belebte Natur noch immer strikt getrennt. Dabei wissen wir seit geraumer Zeit, dass biologische und geologische Prozesse eng miteinander verknüpft sind." Damit solch zentrales Wissen einfliessen könnte, wäre es wichtig, dass sich Autoren jeweils zu einer Gesprächsrunde mit Expertinnen und Experten träfen, bevor sie mit der eigentlichen Arbeit am Schulbuch beginnen.

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