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Biodiversität: Daten im Dienst des Lebens

Bern Biodiversity Data Day 2026

Am Vorabend des Internationalen Tags der Biodiversität organisieren das Schweizerische Institut für Bioinformatik (SIB) und die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) den Bern Biodiversity Data Day. Die Veranstaltung findet im Haus der Akademien in Bern statt und bringt Schweizer Expertinnen und Experten aus der gesamten Wertschöpfungskette von Biodiversitätsdaten zusammen – von der Datenerhebung im Feld bis hin zu ihrer Nutzung zur Unterstützung politischer Entscheidungen.

Das BDM ist ein zentrales Programm des Bundes zur Überwachung der Artenvielfalt. Ab April schwärmen die Mitarbeitenden des Botanik-Feldteams aus, um die zahlreichen Messflächen zu beproben.
Das BDM ist ein zentrales Programm des Bundes zur Überwachung der Artenvielfalt. Ab April schwärmen die Mitarbeitenden des Botanik-Feldteams aus, um die zahlreichen Messflächen zu beproben.
Das BDM ist ein zentrales Programm des Bundes zur Überwachung der Artenvielfalt. Ab April schwärmen die Mitarbeitenden des Botanik-Feldteams aus, um die zahlreichen Messflächen zu beproben.Bild: Beat Ernst
Bild: Beat Ernst

Die Veranstaltung markiert einen wichtigen Meilenstein für die Biodiversitätsforschung in der Schweiz. Sie vereint Akteurinnen und Akteure des Biodiversitätsdaten-Ökosystems, um Austausch, Koordination und Zusammenarbeit zu stärken.

Daten als strategischer Hebel für den Erhalt der Biodiversität

Die Biodiversitätsforschung und die biodiversitätspolitische Bewertung treten in eine neue Ära ein. Sie ist geprägt von der zunehmenden Fähigkeit, wachsende Datenmengen zu nutzen und miteinander zu verknüpfen. Diese Daten stammen aus Feldbeobachtungen, wissenschaftlicher Literatur, Sammlungen und der Genetik.

Robert Waterhouse ist Leiter der Gruppe Umweltbioinformatik am SIB. Er sagt: «Jeder Datentyp zeigt eine andere Facette der Biodiversität: vorkommende Arten, Lebensräume oder Anpassungsfähigkeit. Die Herausforderung besteht heute darin, diese Daten miteinander zu verbinden, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten und Entscheidungen besser zu unterstützen.»

Sobald diese Daten standardisiert, zugänglich gemacht und im grossen Massstab integriert werden, können sie beispielsweise helfen, prioritäre Schutzgebiete sowie besonders gefährdete Populationen zu identifizieren.

Konkrete Anwendungen bereits in der Schweiz sichtbar

Mehrere Beispiele zeigen dieses Potenzial bereits heute: Der Schutz der Felchenbestände in Schweizer Seen und die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen stützten sich auf die Kombination komplementärer Datenquellen – darunter taxonomische, genetische und GPS-Tracking-Daten. Ein neues vom SIB geleitetes Projekt zielt nun darauf ab, diese Ansätze im grossen Massstab auf Vögel, Fledermäuse und Fische in der Schweiz sowie auf weitere Organismengruppen in Europa auszuweiten.

Dank Fachkompetenzen, die von der Entwicklung von Probenahmestandards bis hin zur KI-gestützten Modellierung reichen, und dank eines kollaborativen Ökosystems aus Forschenden, Feldbiologinnen und -biologen, NGOs und Behörden ist die Schweiz besonders gut positioniert, um von dieser Entwicklung hin zu datenbasierten Erkenntnissen und Massnahmen zu profitieren.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bereich Biodiversität macht der Bern Biodiversity Data Day diesen Wandel sichtbar, präsentiert konkrete Erfolge und stärkt die Koordination innerhalb der Community.

Eva Spehn, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der SCNAT, betont: «Diese gemeinsam von SIB und SCNAT organisierte Veranstaltung verbindet Daten, Wissenschaft und Entscheidungsfindung miteinander und fördert den Dialog zwischen Akteurinnen und Akteuren der Biodiversität auf nationaler und internationaler Ebene.»

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Dr. Eva Spehn
SCNAT
Forum Biodiversität Schweiz
Haus der Akademien
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3001 Bern