Gesellschaftliche Heraus­for­de­rungen disziplinen­über­greifend angehen

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation haben ihre Leistungsvereinbarung 2021–24 mit einem Betrag von 196,6 Millionen Franken unterzeichnet. Im Zentrum stehen gesellschaftliche Herausforderungen wie nachhaltige Entwicklung, Food 4.0 oder Gesundheitssysteme. Themen, die dank dem Netzwerk von über 100'000 Milizpersonen disziplinenübergreifend angegangen werden können.

Leistungsvereinbarung
Image: Akademien der Wissenschaften Schweiz

Was kann die Forschung dazu beitragen, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) umgesetzt werden können? Diese zentrale Frage der Forschungsinitiative «Nachhaltige Entwicklung» der Akademien verbindet vielfältige Bereiche wie Klima, Energie, Ernährung, Digitalisierung bis hin zu nachhaltigen Gesundheitssystemen. Arbeiten alle wissenschaftlichen Disziplinen zusammen, dann entstehen an den Schnittstellen Projekte zu Themen wie Food 4.0, Kreislaufwirtschaft, Smarter Medicine oder alternde Gesellschaft. «Mit ihrem Netzwerk von über 100'000 Personen und ihrem Kompetenzzentrum für Dialog können die Mitglieder des Verbunds der Akademien aus verschiedenen Sichtweisen Handlungsoptionen für gesellschaftliche Herausforderungen herausarbeiten», sagt Marcel Tanner, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz.

In die Umsetzung involviert sind 154 Fach- und Mitgliedergesellschaften, 132 Kommissionen, Arbeitsgruppen und Kuratorien sowie 29 Kantonale und Regionale Gesellschaften. Institutionen wie die Physikalische Gesellschaft, die Schweizerische Musikforschende Gesellschaft, die Schweizerische Gesellschaft für Schnee, Eis und Permafrost oder der Schweizerische Verband für Geomatik und Landmanagement bilden das Rückgrat der wissenschaftlichen Gemeinschaft in der Schweiz. Die verschiedenen Akteure beteiligen sich zudem am Dialog mit der Bevölkerung oder an der Beratung der Politik. Für den Grundauftrag dieses grössten wissenschaftlichen Netzwerks der Schweiz sind 100,6 Millionen Franken für vier Jahre vorgesehen.

Die Gesellschaft einbeziehen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern

Die Pandemie hat es gezeigt: Viele Herausforderungen lassen sich nur zusammen mit der Zivilgesellschaft lösen. Mit der Citizen-Science-Initiative fördern die Akademien die Co-Kreation von Wissen durch Wissenschaft und Gesellschaft. Aus diesem Grund wird 2021–24 auch das Kompetenzzentrum Science et Cité in seinem Dialogauftrag gestärkt. Vom Parlament besonders unterstützt wurde auch der Aufbau der Jungen Akademie Schweiz, einer transdisziplinären Plattform der Akademien, welche den Nachwuchsforschenden durch gemeinsame Projekte die Möglichkeit gibt, frühzeitig in der wissenschaftlichen Karriere eigene Ideen zu realisieren und die Projekte selbst zu steuern.

Wissenschaftliche Langzeitprojekte und Sonderaufgaben

Mit 95,9 Millionen Franken fliesst fast die Hälfte der Mittel für die Jahre 2021–24 in Langzeitprojekte (43,2 Mio.) und ausserordentliche Zusatzaufgaben (52,6 Mio.). Gerade im Zeitalter von Digitalisierung und Fake News haben wissenschaftliche Informationssysteme wie die nationalen Wörterbücher, das digitale Historische Lexikon der Schweiz, die Diplomatischen Dokumente der Schweiz oder die internationalen Koordinationssekretariate einen besonders hohen Stellenwert.

Mit der Nationalen Förderinitiative Swiss Personalized Health Network werden Infrastrukturen zur landesweiten Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung geschaffen, um die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten weiter zu verbessern. Das MINT-Mandat fördert die Entstehung von Programmen für Kinder und Jugendliche in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Rahmen der Digitalisierung der naturwissenschaftlichen Sammlungen aus der ganzen Schweiz werden Präparate aus der Pflanzen- und Tierwelt sowie geologische Proben nach internationalen Standards der Forschung zugänglich gemacht.

Gestärkter Start in die strategische Planung 2025–28

Für einmal fällt die Umsetzung der Leistungsvereinbarung 2021–24 zusammen mit dem Startschuss der Planung 2025–28. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht leisten die Akademien mit knappen Ressourcen ausserordentlich viel, ergab kürzlich eine externe Evaluation. Die Zusammenarbeit soll noch weiter gestärkt werden, damit die grossen gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam angegangen werden können – mit dieser Überzeugung sind die Akademien im April 2021 bereits in den strategischen Planungsprozess 2025–28 gestartet.

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Claudia Appenzeller
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